228 Neunzehntes Kapitel.
deren Ausgang und hier eine Thür mit einem feſten und
ſehr künſtlichen Schloſſe, deſſen Schlüſſel Herr Merkel nie von ſich ließ, ja, die er beſtändig ſelbſt öffnete, wenn ein vertraulicher Beſuch erſchien, der ſich durch eine nur ſehr wenigen Perſonen bekannte Vorrichtung von der Straße her klingelnd bemerkbar machen konnte.
Die ganze Wohnung, obgleich ſo zu ſagen im Herzen der Polizei gelegen, hatte aber durchaus nichts von jenem Finſtern oder auch nur Ernſten, welches dieſe erhabene Behörde ſonſt in faſt allen ihren Gliedern oder Zweigen zu kennzeichnen pflegt. Hier ſah man weder düſtere Alten⸗ ſchränke noch jene drohenden Stehpulte, hinter denen her⸗ vor wir gewohnt ſind, auf kategoriſche Weiſe befragt zu werden, auch nicht jene langweiligen Tiſche, mit grünen Tüchern bedeckt, auf denen wir allerlei verdächtige Gegen⸗ ſtände, erbrochene Schlöſſer, Schlüſſel und Dietriche, dünne Strickleitern, ja, Dolche und Piſtolen zu ſehen wähnen. Nichts ſah man hier von allem dem, obgleich jedes der eben genannten Requiſiten hier genügend vorhanden war; die Akten hatten ſich ſchlauer Weiſe hinter den Thüren eines zierlichen Bücherſchrankes mit grünſeidenen Vorhän⸗ gen verkrochen, die anderen verdächtigen Zeugen von der Thätigkeit des Polizeirathes fanden ſich wohlgeordnet in verſchloſſenen Schubladen, und ſtatt des ſteifen, grau an⸗ geſtrichenen Stehpultes ſah man hier, quer an eines der Fenſter geſchoben, einen ſehr eleganten Schreibtiſch von
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