Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Achtzehntes Kapitel. 223

ich darüber alle und jede Rückſicht vergeſſen würde. Ver⸗ zeihen Sie mir, ich ſpreche darin nur meine individuelle Anſicht aus.“ „Wofür ich Ihnen meinen Dank ſage, denn ſie iſt auch die meinige, und obgleich ich jetzt noch mehr be⸗

dauern kann, auf den Polizeirath Merkel gehört zu haben,

ſo weiß ich doch, was ich nach Ablauf der leider nuge⸗ ſtandenen drei Tage zu thun habe.“

„Ich bin überzeugt, daß Sie das wiſſen, und will nur noch hinzufügen, daß mich das Benehmen des Herrn Welkermann auf's tiefſte empört hat. Verzeihen Sie mir, daß ich dieſen unendlich kitzlichen und unendlich delikaten Punkt noch einmal berühre, aber es kann im Leben vor⸗ kommen, daß man, von ſeiner Aufregung hingeriſſen, Je⸗ mandem eine Ohrfeige gibt, und kann der alſo Handelnde immerhin ein ganz tüchtiger Kerl, ein vollkommener Ehren⸗ mann ſein, aber Jemandem eine Ohrfeige anbieten und ihn bitten, ſie als genoſſen zu betrachten, das iſt gemein, unverſchämt und feige!“

Welden ſtieg bei dieſen Worten die Röthe ins Ge⸗ ſicht und er klemmte ſeine Unterlippe zwiſchen die Zähne, worauf Herr von Rivola in begütigendem Tone fortfuhr:

„Und das iſt gerade ſo, als wenn Ihnen ein toller Hund begegnet; Sie können augenblicklich nichts thun, als ihm aus dem Wege gehen oder, wenn Sie zufällig Offi⸗