Achtzehntes Kapitel. 221
und ſagte:„Alſo ſo ſtehen die Sachen; Sie waren freundlich genug, dem Polizeirath Ihr Wort zu geben, die Sache während dreier Tage auf ſich beruhen zu laſſen.“
„Sie hätten das wohl nicht gethan, Herr Baron?“ fragte Welden, der auf dem Geſichte des alten Herrn ein ganz eigenthümliches Lächeln zu entdecken glaubte.
„Ich? Gewiß nicht, das heißt, in meiner Jugend nicht, und auch jetzt noch müßten es ganz beſondere Gründe ſein, die mich zu ſo etwas beſtimmen könnten. Doch bin ich weit entfernt, mein lieber Freund, Ihnen auch nur den geringſten Vorwurf darüber machen zu wollen,— o, ich kenne den Polizeirath Merkel! Unter der Maske der Freundſchaft und des Wohlwollens verſteht er es meiſterlich, ſich des Vertrauens irgend Jemands zu bemeiſtern, und ſeine Ueberredungskunſt iſt ſprüchwörtlich geworden! Doch iſt in der Sache noch nichts verloren. Sie haben allerdings in den drei Tagen eine überflüſſige Menge Zeit, um Alles zu ordnen, und können am vier⸗ ten, das wäre nächſten Samstag, Ihre Zuſammenkunft haben; kann ich Ihnen dabei irgendwie nützlich ſein, ſo beſtimmen Sie über mich; als Ihren Zeugen will ich mich nicht anbieten, da Oberlieutenant Miltau vollkommen in Allem bewandert iſt, doch werde ich Ihnen meinen Wagen mit den ſchnellſtea Pferden zur Verfügung ſtellen — es könnte ja ſein, daß das Duell einen ernſteren


