——
—
Achtzehntes Kapitel. 219
müſſen! In einer ſolchen Sache muß Alles Schlag auf Schlag gehen, das iſt ſo meine Anſicht.“
Der alte Freiherr ſprach dies, obgleich in gedehntem 8 Tone, mit großer Energie, indem er jedes Wort ſcharf betonte, wobei ſeine Finger eigenthümlich zuckten.„Wenn man ſo etwas kühl werden läßt, ſo iſt man nicht mehr im Stande, es mit der Zähigkeit zu behandeln, wie man dergleichen behandeln muß. Ich kann Ihnen nur ſagen: dieſer Herr Ferdinand Welkermann hat ſich gegen Sie auf eine ganz unnennbare Art benommen; ich achte und ſchätze deſſen Vater, den Herrn Stadtſchultheißen, aber ich würde dieſem jungen, übermüthigen Menſchen eine derbe Lection recht wohl gönnen.“
„Das iſt auch ganz meine Anſicht, Herr Baron, und ich würde meinen ausgeſandten Zeugen ohne einen beſon⸗ deren Zwiſchenfall ſicher in meiner Wohnung erwartet haben.“
„Was war das für ein Zwiſchenfall, wenn ich fragen darf?“
„Es beſuchte mich ein Bekannter, der zufällig von Vnſerer Streitigkeit erfahren hatte.“
„Zufälli ig? So etwas erfährt man nicht zufällig,“ antwortete Herr von Rivola mißtrauiſch.„Wollte dieſer Bekannte vielleicht vermittelnd auftreten?“
„Das war allerdings die Abſicht des Herrn Polizei⸗
raths Merkel.“


