Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

behaglichen Kaffeetiſch gleiten ließ, ſo erregten dieſelben

eine laute, ja, faſt ausgelaſſene Heiterkeit.

„Doch das bei Seite,“ fuhr Madame Welkermann fort;„auch ſonſt noch in tauſend Dingen— doch reden wir nicht darüber— laſſen wir uns durchaus nicht in unſerer gemüthlichen Unterhaltung ſtören. Fahren Sie fort, Frau Oberſteuerräthin, und ſeien Sie verſichert, daß ich die Letzte war, welche daran glaubt, daß dem Herrn Stadtſchultheißen das Zumauern der Thür wegen eines üblen Geruches im Rathhausſaale ſo wichtig geweſen wäre — darin ſpielen ganz andere Motive.“

„Gewiß, ganz andere, wichtige Gründe.“

Inzwiſchen hatte ſich die Dämmerung herabgelaſſen, mit dem heiteren Tageslichte waren auch vermittelſt der geſchäftigen Hände des Stubenmädchens, ſowie der Kö⸗ chin, die gemüthlichen Kaffeekannen und die Reſte harm⸗ loſen Backwerks abgeräumt, zwei ſtrahlende Lampen auf den Tiſch geſetzt und die Fenſtervorhänge herabgelaſſen worden. In den Ecken des Zimmers herrſchte jene trau⸗ liche Dämmerung, von der wir früher ſchon einmal ſpra⸗ chen und die wie ein Band den Damenkreis enger zu⸗ ſammenſchloß, welcher nun, von vorn ſo gemüthlich be⸗ ſtrahlt, ſich zum Austauſche ernſterer Reden viel geneigter fühlte, als früher bei dem Alles durchdringenden Tages⸗ lichte. Auch war eine rieſenhafte Torte Dame bplanche aufgeſetzt worden, deren Name ſchon etwas Geſpenſter⸗

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