Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Zehntes Kapitel. 15

fuhr die Oberſteuerräthin fort, die Trauungsfeierlichkeiten in der Kirche zu beſchreiben,„und dabei wollte ſie ver⸗ ſchämt thun wie ein junges Mädchen, dieſes alte Ge⸗ rüſt!“

„Ja, es war ſchrecklich anzuſehen!“ betheuerten beide Fräulein Marx wie aus Einem Munde, und die ältere ſetzte hinzu:„Und als es nun zum Jaſagen kam, ſchluckte der arme Wimmer vorher, als vermöge er irgend etwas kaum hinabzuwürgen. Er wird noch mehr zu würgen kriegen, ich kenne ihre Familie; alle ihre Schweſtern ſind verbiſſene Weſen, bis auf die jüngſte, deren Fehltritt allein Entſchuldigung findet in dem Beiſpiele ihrer Tante, die ja notoriſch....“

Hier war die Sprecherin ſo gnädig, ſich durch einen Blick der Oberſteuerräthin unterbrechen zu laſſen, mit welchem dieſe, ihre Töchter betreffend, ſagen zu wollen ſchien:„Schone die Unſchuld!“ was auch gewiß geſchehen wäre, da die Hauswirthin die Unterhaltungsſchleuſe da⸗ durch voll aufzog, indem ſie das Kapitel auf die Ver⸗ werflichkeit der Dienſtboten heutzutage brachte, wenn nicht, als die Conſervation hierüber ſchon längſt im Gange war, Madame Krampler die verfängliche Frage hineingeworfen hätte, ob denn jener Fehltritt von Folgen geweſen ſei.

Daraufhin flog für eine Minute lang ein Engel durch das Zimmer, oder ein Polizeidiener, wie man an ande⸗

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