Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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14 Zehntes Kapitel.

„Aber ſie hat Geld, meine Damen,“ ſprach die Ober⸗ kriegsräthin und ſetzte hinzu, indem ſie ihre Naſe eine kleine Wendung gegen die Lieutenantin machen ließ:„Es iſt das ſo eine eigenthümliche Geſchichte mit manchen mi⸗ litäriſchen Heirathen; man kann die Kaution bezahlen, man möchte gern einen Mann haben— die jetzige Ma⸗ dame Wimmer ſoll reich ſein.“

„Mein Mann, der Major....“

„Aber wie kann man ſich zu ſo etwas entſchließen?“ ſeufzte Madame Müller, eine junge Frau von angeneh⸗ mem Aeußern, welche, wie die böſe Welt ſagte, ihren Mann verſchiedener Umſtände halber zu einer Neigungs⸗ heirath gezwungen hatte.„Ich meine nämlich, wenn ich Herr Oberlieutenant Wimmer wäre— ſchrecklich, wenn ich daran denke— ich fürchte, der junge Ehemann wird ein troſtloſes Erwachen haben!“

Obgleich nun in dieſen Worten durchaus nichts be⸗ ſonders Verfängliches lag, ſo bemühten ſich doch beide Fräulein Marx, mit einem Anfluge von Erröthen auf ihre Teller niederzuſchauen, und es war ein Glück, daß Madame Krampler die Bemerkung einwarf, daß der ſelbſt⸗ gebackene Kuchen der Staats⸗Hauptkaſſen⸗Schuldentilgungs⸗ Reviſorin allerdings vortrefflich ſei und daß ſie gern be⸗ reit wäre, das Recept deſſelben gegen das der mehr er⸗ wähnten Sulze umzutauſchen.

„Und wie ſie nach ihm hinuntergeſchmachtet hat!“