Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Zehntes Kapitel. 13

eine ganz köſtliche Sulz; vielleicht wünſcht jemand von den Damen das Recept...“

Worauf die Majorin hinzuſetzte:„Mein Mann, der Major, hatte....“(ſie wollte ſagen: hatte einen wahren Abſcheu vor allem Schwarzwild); doch kam ſie nicht dazu, die Bemerkung zu vollenden, denn die junge Lieutenants⸗ frau rief laut über den Tiſch hinüber:

„Ach, Frau Oberkriegsräthin, die Frau Oberſteuer⸗ räthin erzählt da ſoeben, daß ſie vorhin in der Kirche war und die Trauung des jungen Oberlieutenants Wim⸗ mer anſah.“

„Schauderhaft!“ meinten beide Fräulein Marx in glei⸗ chem Tone.„Es war ein ſchreckliches Paar!“

„Sie kennen doch den kurzen, dicken Wimmer mit ſeinem lächelnden Geſichte, auf dem ſich unverwüſtliche Heiterkeit ausprägt?“ ſagte die Oberſteuerräthin.„Den⸗ ken Sie ſich dazu eine wahre Hopfenſtange von einem Frauenzimmer, im weißen Kleide decolletirt bei der Kälte, gelb wie eine Citrone von Geſicht und Schultern, und was für Schultern! Nein, ich ſage Ihnen, etwas ſo Mageres und Spitziges habe ich in meinem Leben nicht geſehen!“

„Man hätte darauf ſchreiben ſollen: ‚Wir wollen

Schultern vorſtellen!““ meinte das jüngere Fräulein Marx.

„Die ganze Figur ſah aus wie ein Kleiderſtänder,“ ergänzte die ältere.