Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

„Ich habe noch nie etwas Aehnliches gegeſſen,“ pflich⸗ tete Madame Mayer bei.

„Mein Mann, der Major....“

„Wenn er Ihnen in der That ſo ſchmeckt, meine liebe Madame Mayer, ſo bitte ich, verhelfen Sie ſich noch zu einem Stückchen— und auch Sie, Frau Oberzunftmeiſter — ich ſehe beſtändig Ihren Teller leer.

Frau Krampler, welche eifrig ſtrickte, fuhr faſt erſchrocken aus ihrem Nachſinnen auf, und da ſie ſich doch auch ver⸗ pflichtet fühlte, etwas zur Unterhaltung beizutragen, ſo ſagte ſie, noch mit dem vorigen Geſprächsthema beſchäftigt: „Die Köchin der Frau Stadtſchutheißin hat der meinigen eine Schwarzwildſulz gelehrt, die ganz vortrefflich iſt.“

„ Ei, in der That? O.....

Ueber die ſtrengen Züge der Madame Schnapper flog ein bezeichnendes Lächeln, unter dem ſie ihrem Gegenüber ſagte:„Ich achte und ehre eine gute Sulz zum Schwarz⸗ wildpret, aber man kann eine gute Köchin haben und doch nicht immer ganz correct gegen ſeine Verwandten ſein.“

Dies hatte weder die zweifelhafte Majorin, noch Ma⸗ dame Krampler verſtanden, da ſie ſich keinen Zuſammen⸗ hang zwiſchen einem Schwarzwild in Sulze und einer ver⸗ wandten Familie denken konnten. Deßhalb ſagte die Ober⸗ Zunftmeiſterin mit einem fragenden Zlicke:„Ich ſprach doch von Schwarzwild, und ich kann Sie verſichern, es iſt