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Zehntes Kapitel.
ſchließt und die Lanze einlegt. Sie traf ihre letzten An⸗ ordnungen, wobei ſie ihrem Stubenmädchen wiederholte, daß ſie überhaupt Alles von der linken Seite anzubieten und dazu, ohne gerade auf dumme Art zu lachen, ein heiteres Geſicht zu zeigen, dabei ſtets mit den Augen den ganzen Tiſch zu überſehen habe und gleich bei der Hand ſein müſſe, wenn etwas umfalle oder ſonſt in Unordnung gerathe; auch müſſe ſie ſtets eine reine Serviette bei der Hand haben und ſich natürlicher Weiſe niemals unter⸗ ſtehen, irgend etwas, am allerwenigſten ihre Finger an⸗ der weißen Schürze abzutrocknen. 5 Dieſe Vorbereitung zum Gefechte commandirte gie Reviſorin mit tiefſtem Ernſte und einer eiſigen Ruhe; ja, ſie ſah faſt finſter aus, als ſie draußen der etwas leicht⸗ fertigen Köchin nochmals einſchärfte, keine der Damen vorwitzig anzureden, wie ſie es gern zu thun pflege, ſondern nur beſcheidene Antwort zu geben, auch nicht zum Beiſpiel zu ſagen:„Ja wohl, Madame Krampler“, ſondern„Frau Oberzunftmeiſter“; ferner ſchade es nichts, die Frau des Vorſtandes der Feuerwehr einfach mit „Frau Director“ anzureden. Vor allen Dingen aber ſolle ſie Damen nicht einen Augenblick auf dem Vorplatze ſtehen laſſen, ſondern ſogleich zur Ablegung ihrer Mäntel und Shawls in das Schreibzimmer des Herrn führen. Die Klingel ertönte, und Madame Welkermann huſchte ins Zimmer zurück, um gleich darauf mit dem verbind⸗
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