Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Zehntes Kapitel. 7

lichſten Lächeln ihren Gäſten bis unter die Thür entgegen zu gehen..

„Ah, Frau Oberzunftmeiſter, Sie ſind wie immer die Pünktlichſte, freue mich ſehr, Sie zu ſehen! Bitte, neh⸗ men Sie hier Platz— ich weiß, Sie lieben die Helle des Fenſters nicht.“ 4

Madame Krampler war eine ſtämmige Frau, der es einige Mühe gemacht hatte, die zwei Stockwerke hoch zu ſteigen, und die ſich nun, etwas ſchwer athmend, ohne viele Worte auf den angewieſenen Sitz niederließ.

Wir müſſen es hier dem geneigten Leſer unter dem Sisgel der ſtrengſten Verſchwiegenheit anvertrauen, daß Madame Krampler etwas unter dem Niveau der anderen Gäſte ſtand; doch hatte ihr Mann als Oberzunftmeiſter und Beſitzer eines ſehr großen Vermögens einen zu be⸗ deutenden Anhang und war dem Reviſor bei Partei⸗ zwecken ſowie auch in Privatangelegenheiten ſchon zu oft gefällig geweſen, um ſeine Gattin, die auch in anderen, eben ſo guten Häuſern erſchien, nicht gleichfalls einzu⸗ laden..

Dabei war ſie eine gute, beſcheidene Frau, welche, um durchaus kein Aufſehen zu erregen, ſtets zu früh kam und ſehr wenig ſprach; aber auch dieſes Wenige war häufig noch zu viel, denn da ſie etwas langſamen Geiſtes war, ſo warf ſie gewöhnlich eine Bemerkung erſt