Zehntes Kapitel.
pichen und Silbergeſchirr dienen können, ein harmloſes Schälchen Kaffee anzunehmen!
Deßhalb fehlte es der Gaſtgeberin aber nicht an Namen von gutem Klange, deren Trägerinnen ſich um den runden Tiſch verſammelten; doch bemerkte man hier meiſtens Gattinnen ſolcher Männer, welche der Regierung und dem Stadtſchultheißen— letzterem beſonders in den gemeinderäthlichen Sitzungen— Oppoſition zu machen pflegten. War doch auch der Reviſor ſelbſt ein Mann des Fortſchritts und kämpfte wacker mit für das Beſte des Volkes, für Freiheit und Aufklärung, wobei wir in⸗ deſſen nicht unterlaſſen können, zu bemerken, daß er in ſeinem eigenen Hausweſen dieſe glänzenden Ziele noch bei Weitem nicht erreicht hatte. Madame Welkermann wollte von perſönlicher Freiheit in gewiſſer Beziehung nichts wiſſen, und was das Andere anbelangte, ſo war ſie aller⸗ dings eifrig darauf aus, über alles, was ihr vorkam, gründlich aufgeklärt zu werden, dagegen ſehr parteiiſch und einſeitig in Aufklärungen, die ſie zu geben hatte.
Die armen Reviſorsleute, wie Madame Welkermann ſich und ihren Gatten in ironiſcher Weiſe gern zu be⸗ zeichnen pflegte, hatten übrigens eine ſehr behaglich aus⸗ ſehende Wohnung. Wenn da auch kein Luxus war in Teppichen, Portieren, koſtbaren Bildern, Kronleuchtern und dergleichen, ſo war doch Alles ſehr wohnlich und behag⸗ lich eingerichtet und von einer Pünktlichkeit»und Reinlich⸗


