234 Neuntes Kapitel.
„Als Beides; doch nur in einem beſchränkten Kreiſe, ein Kreis, den ich deßhalb zuweilen berühre, weil ſich meine Wohnung ja ſo nah' am Rathhauſe befindet und ich auf der Marktſchreiberei zuweilen einſpreche.“
„Gut— ſieh, was mit ihm zu machen iſt; ich brauche dir gar keine Vorſicht anzuempfehlen. Der Gehülfe des Hof⸗Friſeurs, wo ich Jenen traf, bat mich um meine Protection für Steffler. Natürlicher Weiſe wird er ihm auch meinen Namen genannt haben, weßhalb du kein Geheimniß daraus zu machen brauchſt, daß ich mich für ihn intereſſiren, ihn vielleicht bei der Geheimen Staats⸗ druckerei empfehlen wolle. Sage ihm, ich würde eine kleine Probe von ihm verlangen als Beweis für ſein ſcharfes Auge und ſeine feſte Hand, etwas im Grunde ſehr Unbedeutendes— du weißt, was ich meine.“
„Gewiß, gnädiger Herr, verlaſſen Sie ſich wie immer auch darin auf mich.“
Herr von Rivola hatte die geſchmolzenen Kupferſtück⸗ chen ſorgfältig in einer ſeiner Taſchen verwahrt und nun das Haus verlaſſen. Er ging durch die Glockengaſſe fort mit feſtem Schritte und aufrechter Haltung, wie er immer zu thun pflegte. Friedrich, der im Zimmer geblieben war — ſein Herr hatte es ſo haben wollen— blickte ihm durch das Fenſter nach und murmelte vor ſich hin:„Es hat ihn hart angegriffen, aber er wird es eben ſo raſch wieder vergeſſen in dem Bewußtſein, jetzt wieder über


