Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Neuntes Kapitel. 233

ſeltſam umflorten Blicke hinzu,kommen Sie zu uns, gnädiger Herr, wenn Sie einmal des Troſtes recht be⸗ dürftig ſind, und verſchmähen es nicht, an dem Bette der kranken Frau zu ſitzen, wie ich ſehr, ſehr viele Stun⸗ den thue.

Es hatte ſich ein tiefer Schatten auf den Zügen des Freiherrn gezeigt, und er wiſchte jetzt in der That über ſeine Stirn, wie er vorhin angedeutet, doch gewiß we⸗ niger, um dort einen eingebildeten rothen Flecken zu ent⸗ fernen, als um ſeine Gedanken zu verjagen und zu ver⸗ ändern. Dies gelang ihm auch, denn er ſagte gleich darauf in geſchäftsmäßigem Tone:Noch Eines, Friedrich. Meine Augen erlauben es mir nicht, die Aenderung, von der ich dir früher ſprach, ſelbſt zu machen; doch glaube ich einen jungen Menſchen gefunden zu haben, der tüchtig und dabei zu verwenden iſt. Ich ſah ihn neulich zufällig zu gleicher Zeit mit Federzeichnungen, die er gemacht, welche ſo fein und correct waren, wie ich lange nichts geſehen; er ſelbſt dagegen ſcheint aber durchaus nicht fein und correct, vielmehr ein großer Lump zu ſein; es iſt das gut oder ſchlecht, wie man es nimmt.

Ah, ich weiß, von wem Sie reden, gnädiger Herr! Der junge Menſch heißt Franz Steffler und iſt Gehülfe des Marktſchreibers.

Iſt er bekannt als Lump oder als geſchickter Zeichner?