226 Neuntes Kapitel.
Schmerz, ja vor Angſt verzerrt war; dann ſagte er in kaum hörbarem Tone:„So wollen wir denn die Platten herausnehmen.“ 3
Friedrich öffnete die Thür des Gemaches langſam und ſorgfältig, wobei er von Zeit zu Zeit mit der Hand an eines der Kapitäle griff und verſuchte, es vom Platze zu bewegen, und endlich, nach längeren Verſuchen, hatte er die Thür in die richtige Stellung gebracht, wodurch es ihm möglich war, das Kapitäl, welches durch einen äußerſt feinen Mechanismus mit den Angeln der Thür in Ver⸗ bindung ſtand, zu bewegen und wie die Thür eines kleinen Schrankes herauszudrehen. In dem Steine war eine kleine Höhlung, welche etwas in Papier Gewickeltes ent⸗ hielt, das nun der alte Diener herausnahm und ſeinem Herrn überreichte.
Dabei wurde weiter kein Wort gewechſelt, und Beide verließen ſtillſchweigend das Thurmgemach und ſtiegen die Treppe wieder hinab in den mittleren Theil des Thurmes, wo Friedrich die Thüren ſorgfältig wieder ver⸗ ſchloß.
Unten in dem Wohnzimmer angekommen, ſchaute Herr von Rivola auf ſeine Uhr und dann entfernte er die feinen Seidenpapiere von dem Gegenſtande, den er in der Hand trug. Es waren dies zwei kleine, dünne, äußerſt fein gravirte Kupferplatten, die er, an das Fen⸗
*
—


