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Neuntes Kapitel. 225
„Ich habe ihn aber auch gehütet wie meinen Augapfel und bin nach langen Proben ſo weit gekommen, ſelbſt die leichteſten Fußtapfen auf dem Boden hier wieder ver⸗ wiſchen und undeutlich machen zu können.“
Die Wände dieſes Thurmzimmers waren nicht tapezirt ja nicht einmal getüncht, nur mit einer einfach grauen, dem Auge wohlthuenden Farbe angeſtrichen. Zu beiden Seiten neben der Thür bemerkte man ein Paar ſchwere Pilaſter mit ziemlich rohen Kapitälen als einzige Ver⸗ zierung des Gemaches. Dorthin ſchaute Herr von Rivola und ſprach alsdann mit leiſer Stimme:
„Es iſt ſo, wie ich dir unten geſagt, Friedrich— ich kann mir nicht anders helfen, als daß ich jetzt Gebrauch mache von unſerer Arbeit, die wir ſchon vor langen Jahren beendigt; gäbe es für mich einen Ausweg, ich würde ihn benutzen.“
„Ich hätte nicht ſo lange damit gewartet,“ meinte der alte Diener,„und wenn es am Ende gar nicht dazu ge⸗ kommen wäre, ſo hätte mich nur die unſägliche Mühe ge⸗ dauert, welche Sie ſich damals mit dieſer Rieſenarbeit gegeben.“.
Und doch ſchien Herr von Rivola nochmals einen heftigen Kampf zu beſtehen; er blickte unverwandt nach einem der alten, grauen Steinkapitäle, während er die
Lippen feſt aufeinander preßte und ſein Geſicht vor Hackländer, Das Geheimniß der Stadt. I. 15
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