Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

224 Neuntes Kapitel.

denn damals hatte ſich ſein Augenleiden, das Jahre lang unbedeutend zu ſein ſchien, plötzlich ſo verſchlimmert, daß ihm ſein Arzt alle und jede anſtrengende Thätigkeit der oben beſchriebenen Art aufs ernſtlichſte unterſagte.

Heute ſtand er nun nach langer Zeit zum erſten Male wieder in dem runden Thurmzimmer, und es war ein eigenthümlicher, tiefer Ernſt, der ſich auf ſeine Züge ge⸗ lagert hatte, als er nun alle die bekannten Dinge über⸗ ſchaute. Dabei vermied aber er und auch Friedrich es auf das ſorgfältigſte, irgend etwas zu berühren, ja, er ſchien den dicken Staub, der ſich hier auf Alles gelagert hatte und der nur Jahren ſein Entſtehen verdanken konnte, aufs wohlgefälligſte zu betrachten, wie er ſich denn jetzt mit einem allerdings etwas trüben Lächeln über das Käſtchen beugte und den alten Diener auf die ſchönen, ſoliden, regelmäßigen Spinngewebe aufmerkſam machte, welche mit ſtarken Fäden von jener Einrichtung zur Dämpfung des Lichtes bis herab auf den Arbeitstiſch ge⸗ ſpannt waren, die dort auf der anderen Seite mit ihren grauen Verzierungen die Titelwand mancher Bücher be⸗ deckten und hier das Tretbrett der Drehbank gefeſſelt zu haben ſchienen.

Das iſt ein ſchöner Staub, ſagte er, nachdem Beide lange geſchwiegen, kopfnickend, nein ſo natürlicher, ſchöner Staub, für mich eben ſo wohlgefällig wie der Cdelroſt für den Alterthumskenner.