Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Neuntes Kapitel. 223

rückzuſchieben. So konnte Niemand beim Eintritte ins Zimmer bemerken, daß irgend eine Veränderung vorge⸗ gangen war, und Herr von Rivola empfing alsdann ſeine Beſuche mit freundlichſter, unbefangenſter Miene, die Kupferplatte mit irgend einer angefangenen Landſchaft vor ſich, den Grabſtichel oder die Gravirnadel in der Hand, und entſchuldigte ſich auf die höflichſte Art wegen ſeiner beſtaubten oder beſchmutzten Fächer.

Neben dem Arbeitstiſche befand ſich eine zierliche Drehbank, welche allein zum Vergnügen der ihn beſuchen⸗ den Damen ſeiner Bekanntſchaft, die vor Neugierde brannten, das Atelier zu ſehen und von Frau von Rivola bereit⸗ willigſt eingeführt wurden, zu dienen ſchien, denn auf der⸗ ſelben machte Herr von Rivola aus zuſammengeleimten, buntfarbigen Hölzern die zierlichſten Arbeiten, und es galt damals als Modeſache in der hohen und höchſten Geſell⸗ ſchaft der Reſidenzſtadt, etwas von dieſer hübſchen Arbeit des Freiherrn unter ſeinen Nippſachen zu beſitzen.

Aber auch dieſe Mode ſowie das Verlangen, den vor⸗ nehmen Künſtler in ſeiner Werkſtatt zu beſuchen, war, wie ſo manches Andere, außer Gebrauch gekommen, und es war gerade, als hätte Herr von Rivola mit der Abnahme der allgemeinen Bewunderung, die ihm für ſeine Talente gezollt wurde, auch die Luſt an dieſen ſelbſt verloren; er kam weniger auf das Atelier, endlich gar nicht mehr, was ſeine Bekannten übrigens ganz begreiflich fanden,