Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Neuntes Kapitel.

auch ſehr nachläſſig vermauert worden ſein, man könnte ſämmtliche Steine mit leichter Mühe herausziehen.“

„Hätte man das vielleicht ändern ſollen?“ fragte Herr von Rivola.„Es wäre doch möglich, daß Jemand auf den Einfall gekommen wäre, den Gang zu unterſuchen, und auf dieſe Art den alten Eingang da unten gefunden hätte.“

„So leicht, wie Sie denken, gnädiger Herr, läßt er ſich doch wohl nicht öffnen; für den Nothfall habe ich aber auch noch ein tüchtiges eiſernes Kreuz davor befeſtigt. Wollen Sie es ſehen?“

„Für heute nicht; laß uns hinaufſteigen.“

Sie gingen die Treppe durch das mittlere Gemach hinauf in ein oberes Thurmzimmer, welches ſchon wohn⸗ licher ausſah und an deſſen Geräthſchaften und Wandver⸗ zierungen man deutlich wahrnahm, daß hier eine künſt⸗ leriſche Hand geſchafft. Eigenthümlich war die Decke dieſes Gemaches conſtruirt: ſie beſtand aus einem Zeltdache von Eiſenblech, welches an vier Seiten mattes Glas ſtatt Metall hatte, wodurch das ganze Gemach taghell erleuchtet war. Unter einer dieſer Scheiben ſtand ein Arbeitstiſch, wie ihn die Kupferſtecher zu gebrauchen pflegen; über dieſem bemerkte man eine ſehr ſinnreiche Einrichtung, um mit leichter Mühe das Licht zu dämpfen oder zu verſtärken. In einem Käſtchen neben dem Tiſche, welches mehrere Abtheilungen hatte, waren ſorgfältig geordnet einfache und