Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Neuntes Kapitel. 219

„Das iſt gut ſo,“ bemerkte Herr von Rivola, nach⸗ dem er einen aufmerkſamen Blick umhergeworfen;„man ſieht, daß hier lange Jahre nicht gearbeitet worden iſt.“

„Es iſt auch ſchon eine geraume Zeit her, daß ich das Schloſſerhandwerk wieder aufgegeben,“ gab der alte Diener mit einem eigenthümlichen Lächeln zur Antwort;„es kam nicht viel dabei heraus. Den goldenen Hammer ließ ich über der Thür, zum Zeichen, daß hier einſtens viel Geld verdient worden iſt.“

Herr von Rivola ſchien dieſe Worte überhört zu haben; er ging langſam an der Wand des Gemaches vorbei, indem er an den kleinen Fenſtern hinaufſchaute.

„Nach dieſer Richtung,“ ſagte er endlich, indem er mit der ausgeſtreckten Hand die Mauer berührte,„liegt das Bärengäßchen, und dorthin,“ fuhr er fort, indem er ſich umwandte,„das Rathhaus, und deßhalb muß an jedem Theile des Thurmes der unterirdiſche Gang vorüberführen, von dem neulich die Rede war.“

Er ſagte dieſes halblaut, doch hatte Friedrich ſeine Worte wohl verſtanden.

„Allerdings iſt dort der unterirdiſche Gang,“ ſagte er; „es iſt dies auch keine Fabel, wie ich früher geglaubt, und wenn Sie ſich in den Keller hinunter bemühen wollen, ſo kann ich Ihnen deutlich eine Stelle zeigen, wo ehemals der Thurm eine kleine Thür hatte, durch welche man in jenen Gang kommen konnte; ſie muß ſpäter erſt, und dann