Neuntes Kapitel. 217
Fenſter zu öffnen; ja, er hatte ein paar Secunden lang die Abſicht, den jungen Mann zurückzurufen— unmöglich — was geſchehen war, konnte er nicht mehr ungeſchehen machen. Er hatte ſein Schiff aus dem ſtillen, behaglichen Hafen, in welchem es Jahre lang geruht, wieder in die hohe See getrieben, der Wind hatte die Segel erfaßt, und nun, um die Klippen zu vermeiden, die ſich allerdings während der Fahrt fürchterlich drohend erheben werden, und um das geträumte Goldland zu erreichen, kam es allerdings darauf an, mit feſter, ſicherer Hand das Ruder zu führen.
Und dazu war er entſchloſſen.
Als er ſich umwandte, ſah er den alten Diener an der Thür des Zimmers ſtehen, das er wieder betreten hatte, ſobald ſich Herr Welkermann junior entfernt.
„Es drängt mich jetzt,“ ſagte Herr von Rivola zu ihm,„einmal wieder einen Gang durch den alten Thurm zu machen; es iſt ſchon eine Zeit lang her, daß ich jene Räume nicht betreten.“
„Es ſind ſchon manche Jahre, während ich dort aus⸗ und eingehe und gern dort verweile,“ erwiederte Friedrich.
Dann nahm er von ſeinem alten Schreibtiſche ein paar Schlüſſel und ſchritt ſeinem Herrn durch den Hausgang voran. Auf der Hälfte der Treppe, die in den oberen Stock ſührte, war links eine Thür, die an ſich ſelbſt und in ihrer Einfachheit ſo modern ausſah, als führe ſie in


