Erſtes Kapitel. 15
ſchreiber wäre, möchte ich Hausknecht bei Stadtſchultheißens ſein— ah der Teufel!“
Er hatte übrigens keine Zeit, dieſen zarten Gefühlen weiteren Ausdruck zu geben, denn der Amtsdiener kam in dieſem Augenblicke zurück, kopfſchüttelnd und mit aufge⸗ hobenem Zeigefinger, vermittelſt welchem er ebenfalls das Zeichen des Verneinens machte. Ich habe Alles pflicht⸗ ſchuldigſt abgegeben, auch den Zettel mit den Fragen dicht vor den Herrn Stadtſchultheißen hingelegt, es war aber nichts zu machen; der Herr Stadtrath, Metzger⸗Ober⸗Zunft⸗ meiſter Krampler, hatte gerade das Wort verlangt zu einer perſönlichen Bemerkung gegen den Vorredner, und wenn ſo etwas vorkommt, Jungfer Margarethe, da käme man bei Herrn Stadtſchultheißen bös an, wenn man ihn ſtören wollte.“
„Aber warten kann ich hier unmöglich,“ meinte das hübſche Dienſtmädchen etwas ſchnippiſch.„Gott, wir haben heute ſo viel zu thun, und die Fragen auf dem Zettel ſind dringend! Was machen wir denn nun?“
„Das iſt ſehr einfach,“ erwiederte der Amtsdiener, indem er auf Jungfer Margarethe zutrat und mit natürlichem Wohlwollen ihr rundes Kinn in die Höhe hob.„Ich paſſe den günſtigen Moment ab, und ſobald ich den Zettel habe, bringe ich ihn ſelber oder ſchicke ihn durch irgend jemand Zuverläſſiges; aber wahrſcheinlich bringe ich ihn ſelber.“
Das glaube ich auch, dachte der Steuerſchreiber, und


