Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Erſtes Kapitel.

„Ich danke Ihnen, ich bin nicht müde.“

„Aber wenn man ſo herumgehen muß— heute, bei

den vielen Commiſſionen....“

„Die der Knecht beſorgt,“ fiel ihm das hübſche Dienſt⸗ mädchen etwas hochmüthig in die Rede.„Ich würde die Zimmer nicht verlaſſen haben, wenn es nicht ein Auftrag von Wichtigkeit an den Herrn wäre.“ Sie betrachtete bei dieſen Worten mit einem leichten, etwas affectirten Seufzer ihre für den Schnee draußen allerdings etwas zu feinen und zierlichen Schuhe— ein Seufzer, den der Steuer⸗ ſchreiber verſtand und händereibend und ſchmunzelnd ſagte:

„Wer wird aber auch ſo in den Schnee hinausgehen und in die Kälte! Wenn Sie ſich nicht ſetzen wollen, ſo ſtellen Sie wenigſtens den Fuß auf den Stuhl und trock⸗ nen Sie die Schuhe.“

Warum Jungfer Margarethe dieſen Vorſchlag annahm, wiſſen wir nicht zu ſagen; aber ſie that es und zeigte dabei ihre ſchlanke und doch wieder volle Geſtalt in ſo angenehmen, runden Formen, daß der Steuerſchreiber, der neben ihr herumtanzte, eine Pantomime machte wie Je⸗ mand, dem das Waſſer im Munde zuſammenläuft. Er hatte Schulbildung genoſſen und ſagte plötzlich, ſcheinbar ohne allen Zuſammenhang:

„Wenn ich nicht Alexander wäre, möchte ich Diogenes ſein,“ womit er ausdrücken wollte:„Wenn ich nicht Steuer⸗