Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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16 Erſtes Kapitel.

als ihm nun Jungfer Margarethe mit einem recht freund⸗ lichen Blicke für den Stuhl dankte, entgegnete er mit auf⸗ fallender Galanterie:„Ich werde mich eines ſüßen Gefühls nicht erwehren können, wenn ich mich auf dieſelbe Stelle ſetze, wo Ihr reizendes Füßchen geruht.“

Der Amtsdiener dachte bei dieſen Worten: Es iſt doch ein recht fades Geſchöpf, ſo ein Schreiber! Und Jungfer Margarethe, die ſchon in der Halle ihren Regenſchirm auf⸗ ſpannte und ihre Röcke hinten zierlich und gerade hoch ge⸗ nug aufhob, ſprach zu ſich ſelber:„Es haben dieſe Schreiber doch immer eine artige Manier und wiſſen Einem ſtets etwas Angenehmes zu ſagen.“

Jetzt war ſie verſchwunden, und der Steuerſchreiber wandte ſich neugierig gegen den Amtsdiener und fragte: „Alſo droben wird wieder heftig opponirt? Ja, wenn der Krampler Jemandem zu einer perſönlichen Bemerkung in die Rede fällt, da fliegen die Haare davon. Ich keune das.“

„Nun, ſo arg wird's nicht ſein; aber ich will doch ins Vorzimmer hinauf, ſchon des Zettels halber.“ Damit verließ der Amtsdiener langſam die Halle und ſtieg die Treppe hinauf. 1„Den du natürlich ſelbſt hinbringen wirſt, alter Sünder!“ ſagte der Schreiber, als jener aus der Gehörweite war. „Was ſo ein Thier für ein unverſchämtes Glück hat! War vor noch nicht lange ein plumper Markthelfer und iſt jetzt Amts⸗ diener mit freier Wohnung und 800 Gulden Gehalt, wäh⸗ rend ich, der ich doch mein Gymnaſium abſolvirte und ein

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