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Humoristische Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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weil mich Niemand ſehen konnte, da, wie ſchon geſagt, dichtes Reben⸗ laub meine Fenſter umrankte. 3. Eines Tages hatte ſich das Mädchen auf die Bank gelagert und las emſig in einem Buch, da ward ein kleines Thor, welches neben meiner Wohnung von der Straße in den Garten führte, haſtig eröff⸗ net, und ein bildhübſcher junger Menſch trat herein. Derſelbe war phantaſtiſch gekleidet, und da es gerade in der Meßzeit war, ſo muth⸗ maßte ich, er gehöre zu irgend einer der Gaukler⸗ oder Künſtler⸗ Geſellſchaften, die gerade ihr Weſen in der Stadt trieben. Er war im höchſten Grade aufgeregt. Raſch um ſich blickend, ſtrahlte ſein Auge vor Vergnügen, alle ſeine Bewegungen waren wild und heftig, er kam mir in dieſem Augenblicke wie ein junges Pferd vor, das, dem dunklen Stalle entlaufen, die friſche Luft einathmet und ſich der gewon⸗ nenen Freiheit freut. So ſah er mit erhobenem Haupte um ſich, holte aus tiefer Bruſt Athem und ſprang mit wilden Sätzen über Bouskets, Grasplätze und Wege. Jede Blume, bei der er vorbei kam, betrachtete er neugierig und freudig, legte ſein Geſicht darauf oder drückte ſie an die Bruſt. Plötzlich blieb er erſtaunt ſtehen, denn er war durch eine Wendung des Weges gerade vor das Mädchen getreten, welches, das Geräuſch des Kommenden hörend, aufgeſprungen war, und die ſelt⸗ ſame Erſcheinung überraſcht anſah. Das Reh ging in weitem Kreiſe um Beide herum, eine dunkle Röthe überzog die Züge des jungen Mannes, er ließ ſich auf ein Knie nieder und ſprach zu dem Maͤdchen: O ſage mir, wer biſt du? Sie trat einen Schritt zurück und ent⸗ gegnete mit nicht geringer Verlegenheit:Ich heiße Louiſe und mir 4 gehört dieſer Garten.. Alles, das Alles gehört Dein? ſagte der Unbekannte.Alle dieſe lebenden Bäume, dieſe wirklichen Blumen und der blaue Himmel, der tauſendmal ſchöner iſt, als ein gemalter? O laß mich deine Hand küſſen, du biſt ſo freundlich, laß mich etwas bei dir in dieſem ſchönen Guarten bleiben.. Dem Maädchen ſchien das ſonderbare Benehmen des jungen hüb⸗

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ſchen Mannes zu gefallen.Aber, antwortete ſte, während er ihre Hände ergriff und ſie mit heißen Küſſen bedeckte,aber wer ſind wer biſt Du denn? das Du ſprach ſie ganz leiſe. Ja, entgegnete der junge Mann,das iſt eine traurige Ge⸗

12 ſchichte. Wenn ich das nur ſelbſt wüßte. Der alte Mann, der mich mit ſich herum führt, der mich immer in die hölzerne Bude oder in den Wagen ſperrt, ruft mich nur mit dem Namen Pique!

Abey was thuſt Du denn in der hölzernen Bude? fragte das Mädchen. e Ich mache Kunſtſtücke, und darnach werde ich jedesmal einge⸗