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Humoristische Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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waldes. Dort lag der Kniebis, auf welchem die Straße nach dem El⸗ ſaß und alſo nach Frankreich führt. Auf ſeinen höchſten Punkten be⸗ finden ſich zwei Forts, der Roßbühl und das Fort Alexander. Dort ſahen die hohen Tannen ſchon oft franzöſtſche Bajonette funkeln, und die alten Bäume haben gewiß oft mißmuthig das Haupt geſchüttelt, daß ſie nicht über die Köpfe der zügelloſen Banden zuſammenſtürzen konnten, die von dort hinabſtiegen, ein herrliches, geſegnetes Land zu verheeren. Doch weg mit dieſen traurigen Bildern, die einer längſt vergangenen Zeit angehören, und ſo Gott will, nie wiederkehren! Viel lieber wandten wir unſern Blick in das freundliche Thal vor uns, in dem Mühlen und Bauernhäuſer liegen, und das wir von unſerer Höhe aus his Rippoldsau verfolgen konnten. Vor dieſem kleinen Badeort ſteht eine ſchöne Abtei und Kirche, deren Thurm von den letzten Strah⸗ len der Abendſonne geküßt wurde. Mir fiel hier lebhaft ein Lied von Alfred de Muſſet ein, deſſen erſte Strophe heißt:

O wie gern im Abendſtrahle, Tief im Thale,

Seh' ich einem Todtenmahle Aehnlich, ſchwarzer Münſter Bau.

Das Hinabſteigen, oder vielmehr das Hinabrutſchen ins Thal ging ziemlich raſch von Statten, und in einer Stunde waren wir in Rip⸗ poldsau, wo wir noch ein Bad nahmen und uns dann ſehr ermüdet zu Bett legten. Es iſt hier gar nicht meine Abſicht, eine Beſchreibung des Bades Rippoldsau zu liefern, nur ſo viel ſei geſagt, daß es ſehr großartige elegante Gebäude hat, die von hübſchen Spaziergängen und ſonſtigen Anlagen umgeben, recht heimlich in dem engen Thale liegen. Am andern Morgen ſah der Himmel nicht mehr ſo klar aus wie ge⸗ ſtern und vorgeſtern; vielmehr zeigten ſich hie und da Wolkenſtreifen und die Thäler waren mit Nebel bedeckt. Wir brachen ſehr früh auf, um bei guter Zeit nach Freudenſtadt zu kommen, was auf dem näch⸗ ſten Wege nur zwei Stunden ſind. Wir nahmen keinen Führer mit, denn da es doch nur unſere Abſicht war, im Walde herumzuſtreichen, ſo wäre es uns ſelbſt im ſchlimmen Falle nicht unangenehm geweſen, uns eine Stunde weiter zu verirren. Der Weg führte von Rippoldsau gleich den Berg hinan, und ſenkte ſich dann in ein wildes Thal, durch das ein Arm der Kinzig ſtürzte, der in ſeinem engen felſigen Bett un⸗ zählige Waſſerfälle und kleine Seen bildet. Der Thalgrund, in dem ſich eine kleine hölzerne Brücke, die über den Bach führte, befand, war ungemein ſtill und traulich, nur zuweilen hörte man weithin das Schal⸗ len einer Art, und die Kühle des naſſen Graſes, ſowie der friſche Harzduft ſtärkte Herz und Sinne. Trotz des trüben Himmels war doch