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die Luft ſehr heiß und wir beſchloßen nach dem mühſamen Klettern über den Berg, hier in der Schlucht ein Bad zu nehmen, was wir auch alsbald ausführten. Doch das Waſſer war eiskalt, und trieb uns nebſt der Beſorgniß, die immer mehr ſich am Himmel zuſammenziehen⸗ den Wolken möchten uns noch ein anderes Bad zukommen laſſen, bald wieder in die Kleider. Wieder ging's den Berg hinan, auf einem beſſeren Wege als dem bisherigen, denn hier hatte man Stamm an Stamm gelegt, um ihn glatt und feſt zu machen. Bald jedoch ver⸗ lor ſich dieſe gute Bahn und von drei Fußwegen, die ſich unſerm Blick zeigten, wählten wir, wie ſich ſpäter auswies, gerade den unrechten. Wenn wir auch heute Morgen über allenfallſiges Verirren geſcherzt hatten, ſo war es uns doch jetzt bei dem heranziehenden Wetten nicht gerade ſehr angenehm. Der Himmel wurde dunkler nnd fernhin rollte ſchon ein lange nachhallender Donner über die Wipfel der Tannen. Der von uns gewählte Weg führte aber aufwärts bis auf eine Ebene des Berges, wo eine Geſellſchaft der nobelſten Tannen beiſammen ſtand, und verlor ſich dann ins Moos. Was war zu thun? Zurückgehen mochten wir nicht; denn Freudenſtadt mußte vor uns liegen. Alſo ge⸗ rade aus! Wir gingen unter den großen Stämmen hin, über einen ausgezeichneten Moosteppich, der mir gerade ausſah, als hätte ihn ſeit langer Zeit kein menſchlicher Fuß betreten. Auch zeigte ſich, nachdem wir eine gute Strecke gegangen, weder eine Ausſicht ins Thal, noch ein Fußpfad. Siegmund erinnerte mich an Hauff's Mährchen: das kalte Herz, und meinte, wir würden vielleicht auf den Tannenbühl ge⸗ rathen ſein, wo das Glasmännlein reſidire; der Gedanke war gut, und nach langem Scherzen und Lachen ſuchten wir aus unſerm Gedächtniß den Vers zuſammen zu bringen, mit welchem das Männlein zu citiren iſt, und es gelang uns auch nach vielem Studiren. Dann ſtellten wir uns nach der Gegend, wo die dickſten Tannen ſtanden, und ich, der ein wirkliches Sonntagskind iſt, ſprach laut und feierlich die Worte:
Schatzhauſer im grünen Tannenwald, Biſt ſchon viel hundert Jahre alt;
Dein iſt all, Land, wo Tannen ſtehn, Läßt Dich nur Sonntagskindern ſeh'n.
und——— im erſten Augenblick verging uns alles Lachen, und wir ſahen einander mit ſonderbaren Blicken an; denn einige Schritte vor uns, hinter einer großen Tanne hervor, trat das Glasmännlein, oder wenigſtens ein Männlein in ſeinem Koſtüme, mit ſchwarzem Wäms⸗ chen, großem Hut, kurzen Höschen und Strümpfen mit Schuhen, und ſah uns fragend an. Ueberraſcht traten wir auf den Kleinen zu, der ſich aber alsbald im beſten Schwäbiſch nach unſern Wünſchen erkun⸗ Hackländer Erz. 3


