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fach aus Milch beſtand, in die ſte ſchwarzes Brod brockten, und kamen durch dieſe Abwechslung etwas langſamer, aber auch friſcher auf die Höhe des Berges, von wo wir leicht und raſch abwärts ſtiegen. Schon lange hatte ich mir gewünſcht, einen Meiler zu ſehen, dieſe ſchwarze Waldherberge, in der die Ritter mit ihren Knappen und Rößlein ein⸗ kehrten, wenn ſte den Weg verloren und die Nacht ſie überraſcht auf den einſamen Waldpfaden. Eine Köhlerhütte behält für mich wenig⸗ ſtens, von der erſten Lektüre in der Jugend her, einen poetiſchen Schein, der bis dahin um ſo größer war, da ich noch keine in de Wirkliche keit geſehen. Sie kommt faſt in allen abendländiſchen gen und Mährchen vor, die wir als Kinder geleſen, in den ſchauerlichen Ge⸗ ſchichten von Rübezahl, in der Sage von Griſeldis, die ſogar ein Köh⸗ lerkind war. Der Schwarzwald iſt, möchte ich ſagen, die Heimath der Köhlerhütten, und doch hatten wir heute noch keine geſehen; wohl mehre runde verbrannte Plätze, von denen die Kohlen ſchon wegge⸗ räumt waren, und auch einen, den man eben aus trockenen Tannen⸗ äſten errichtete, doch war dieß Alles nicht das rechte; ein Meiler muß ſchwarz gebrannt ſein und noch rauchen; dann muß auch die Köhler⸗ hütte dabei ſtehen, vor der der Köhler ſelbſt mit ſeinem Hunde ſitzt und an die grauſigen Schickſale denkt, von denen ihm der Ritter, den er geſtern beherbergt, erzählt hat.
Von dem Herabſteigen ermüdet, ſetzten wir uns auf eine Tanne, die auf der Holzſchleife, wo ſte noch lag, erſt kürzlich von dem Gipfel des Berges herabgerutſcht ſchien, denn ſie war friſch behauen. Um uns ſtiegen die rothen und weißen Tannen ſo ſenkrecht in die Höhe, als wären ſie alle nach dem Loth geordnet, und dieſer Trieb iſt ſo ſtark bei ihnen, daß große Stämme, die als Schößlinge ſchief aus dem Boden kamen, ſich bogen und parallel den Andern emporwuchſen. Neben dieſen mächtigen Tannen des Schwarzwaldes, die dieſer Landſchaft eine impoſante dunkle Färbung geben, mildern die heimlichen klaren Berg⸗ waſſer, die überall herkommen und munter ins Thal ſtürzen, das Düſtere des Bildes, helle Lichter aufſetzend. Wir ſaßen jetzt gerade neben einem ſolchen Bächlein, deſſen friſches Waſſer wir zu den Brom⸗ beeren tranken, die in großer Menge um uns wuchſen, und folgten mit den Augen, ſo weit die Bäume es zuließen, ſeinem Laufe ins Thal, wo es ſich einem Arme der Kinzig zugeſellt, den wir über die Spitzen der Bäume hinweg hie und da aus dem Grün hervorblitzen ſahen. Da ſtieg auf einmal neben uns etwas tiefer, als wir ſahen, ein blauer Rauch auf, und Siegmund verſicherte mich, dieß müſſe ein Meiler ſein, und wahrſcheinlich einer, wie wir ihn gerade wünſchten, ſchwarz oder rauchend. Eilig rutſchen wir die Holzſchleife hinab und arbeiteten uns dann durch das Gebüſch, bis wir endlich auf einem


