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Humoristische Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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gebracht worden, und die Lady hat gerade einen handfeſten Fellah be⸗ ſtiegen, während der Herr Gemahl noch am Ufer bleibt, um in ſeinem Guide etwas nachzuleſen. Mag es nun ſein, daß der Träger der Dame eine etwas tiefere Furth wählte, genug, er rollt ſein Hemd etwas höher auf, als die andern, und der Engländer ſchreit dem Fellah in gutem Engliſch mit heftiger Stimme nach; doch dieſer verſteht ihn nicht, und wandert ruhig weiter. Der Engländer, der am Ufer ver⸗ zweiflungsvoll die Hände ringt, erinnert ſich des arabiſchen Wortes: Burda! Burda! Halt, halt! welches er nun unzählige Male aus⸗ ruft. Doch der Fellah, der wahrſcheinlich nicht weiß, was er will, ſteht ſich lächelnd um und geht abermals weiter. Jetzt verliert der am Ufer den Kopf, reißt eine Piſtole heraus und ſchießt nach dem Araber. Dieſer läßt nun die Engländerin ins Waſſer fallen, winkt einigen ſeiner Kameraden, die in vollem Laufe zurückkehren und den Gemahl

wahrſcheinlich ͤbel zugerichtet haben würden, wenn ſich nicht der Dol⸗

metſcher ther Britenſins Mittel gelegt hätte..

Von einem andern Engländer, der vor wenigen Jahren die Py⸗ ramiden und die Sphinx beſuchte, erzählen die Fellahs unter Kopf⸗ ſchütteln, daß er mit vielen Koſten und großer Mühe das Vordertheil dieſes Rieſenbildes vom Sand habe entblößen laſſen, um die Inſchrift der Tafel, welche ſie zwiſchen den Klauen hält, abzuſchreiben. Nach einigen Wochen angeſtrengter Arbeit habe er ſeinn Zweck erreicht, dann aber die ganze Geſchichte wieder zudecken laſſen.

Auf unſerer Toux nach jenen rieſenhaften Denkmalen war es unſer engliſcher Kapiän d u mancherlei komiſchen Auftritten Veranlaſſung gab. Bald hateelh mi den Arabern Streit, weil ſie nach ſeiner Idee zu viel für die kleinen gebrannten Mumien, Käfer, Pagoden und an⸗ dere Figuren forderten, die man in den Gräbern findet und die das Volk zum Verkauf ausbietet; bald jagte er dieſe Leute, welche ſich in dichten Schaaren um uns verſammelten, auseinander, und verfolgte einzelne, die ihm laut lachend entliefen, auf ſeinem Pferde, doch zog er dabei beſtändig den Kürzern und die gewandten Araber hatten ihn förmlich zum Beſten. Bald that einer, als würde er eingeholt, ſprang dann auf die Seite und ſchrie das Pferd an, daß es ſtutzig und ſcheu zu werden drohte. So trieb er es den ganzen Tag auf dem Hin⸗, wie auf dem Heimwege. In dem engliſchen Hotel, wohin er uns doch eigentlich geführt, blieb er ſelbſt nicht lange, ſondern da es ihm zu theuer war, miethete er ſich ein paar Stuben und kam nur zum Früh⸗ ſtück und zu Tiſche. Doch reisten wir bald darauf ab und ſahen ihn nicht wieder. 7 8* d

In Alexandrien ſchifften wir uns auf dem engliſchen Dampfboot,

der Orientale, ein, und blieben nun bis nach Italien beſtändig in acht