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er zwei Jahre in Frankfurt am Main gelebt und ſehr gut deutſch verſtehe.
Am Ende des Tagmarſches hatten wir auch zuweilen einen kleinen Streit mit ihm, denn da es ihm in dem ausgedörrten Sand der Wüſte ſehr heiß geworden war, ſo wollte er, als wir uns Aegypten näherten, zum Aufſchlagen der Zelte einen Platz geſucht haben, der ſchön feucht und kühl ſei, weßhalb er zum Extrem überging und nicht ſelten die Nacht in Sümpfen zubringen wollte. In Kahirä, wo er auf ſeinen früheren Reiſen ſchon einmal geweſen, führte er uns in einen engliſchen Gaſthof, in eine großartige Anſtalt, die zugleich die Poſtverbindung zwiſchen England und Oſtindien beſorgt, indem die Briefkaſten von Liverpool auf den engliſchen Dampfbooten nach Ale⸗ randrien gebracht werden; dußt liegen die Barken des Gaſthofs von Kahira bereit, welche Brieftt und Paſſagiere den Nil herauf nach dieſer Stadt bringen. Hier wirs den Reiſenden kaum Zeit gelaſſen, ein Mit⸗ tagsmahl einzunehmen, orauf ſie zu Pferd oder n Sänften und ſogar in großen zweirädrigen Wagen durch die Wüſte nach Suez geſchafft werden, um ein anderes Dampfboot zu beſteigen, das ſie nach Bombay bringt. Wenn es auch gewiß für den Reiſenden angenehm iſt, ſo weit von der Heimath in fremdem Lande allen möglichen Comfort zu finden, den man nur zu Hauſe genießen kann; wenn es auch ein eigenes Vergnügen gewährt, von einem Spaziergang unter den Palmen am Nil, wo man am andern Ufer die mächtigen Pyramiden in maje⸗ ſtätiſchen Reihen ſieht, zurückzukehren und ſich an eine ⸗Tafel zu ſetzen, die bis auf die geringſte Kleinigkeit nach europäiſchem Megriff elegant ſervirt iſt;— ſo muß doch der Reiſende dieſe Annehmlichkeit in dem engliſchen Gaſthof zu Kahira wirklich enorm bezahlen.
Zur Zeit unſeres Aufenthaltes daſelbſt waren wir die einzigen Fremden. Einige ſtreifende Engländer waren wenige Tage vorher nach Alexandrien abgereist und hatten bei dem Beſuch der Pyramiden von Ghizet den ſie begleitenden Fellahs eine komiſche Scene zum Beſten gegeben, die aber faſt einen traurigen Ausgang gehabt hätte. Um nach den Pyramiden zu gelangen, muß man einen kleinen Arm des⸗Nils paſſiren, auf dem ſich aber weder Boot noch Brücke befindet. Doch da das Waſſer ſehr ſeicht iſt, machen ſich die Fellah einen beſondern Erwerb daraus, die Reiſenden auf ihren Schultern an's andere Ufer zu tragen. Jene Engländer kommen alſo auch in Begleitung einer Lady hieher und die dienſtfertigen Fellah bieten gleich ihren Rücken an, um ſie hinüber zu tragen. Da ihnen aber das Waſſer in der Mitte des Fluſſes bis über die Knie reicht, ſo pflegen ſie das graue Hemd, ihr einziges Kleidungsſtück, etwas in die Höhe zu ſchlagen. Die Ca⸗ Jalcade beginnt, zwei der Engländer ſind glücklich ans andere Ufer


