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hätten, wenn Jeder von uns zwei ſolcher Nachtſäcke mit ſich ſchleppen wollte. Dieſe Eigenheit abgerechnet, ſo wie ſein beſtändiges Mißver⸗ gnügen, daß unſere Tagemärſche zu klein wären, war er ein ganz guter und angenehmer Geſellſchafter und wir kamen glücklich mit ihm i in Konſtantinopel an.
Der rigt honourable Lord Londonderry, wie auf allen ſeinen Kiſten und Koffern ſtand, nebſt Frau Gemahlin und Dienerſchaft, war ſchon einige Tage vor uns in Pera angekommen und ſetzte die Stadt durch ſein Erſcheinen nicht wenig in Allarm. Von der Regierung waren ihm mehre Kawaſchen(Wachen) gegeben worden, die, wenn er in den Straßen von Stambul ritt oder fuhr, beſtändig hinter oder vor ihm paradirten. Bei unſerm Aufenthalt in Konſtantinopel verloren wir ihn bei dem Schönen, was wir ſahen, bald aus dem Geſichte und wurden erſt wieder durch eine lächerliche Geſchichte, die zwiſchen der Lady und dem Sultan vorfiel, auf ihn aufmerkſam.
Nachdem Seine Herrlichkeit eine offizielle Audienz bei dem Padi⸗ ſchah gehabt, wünſchte auch die Lady das erhabene Antlitz des Groß⸗ herrn von Angeſicht zu Angeſtcht zu ſehen. Doch da es dem Sultan nicht erlaubt iſt, ein weibliches Weſen, das ihm nicht eigen gehört, und am allerwenigſten eine weibliche Ungläubige in ſeinem Palaſte zu em⸗ pfangen, ſo zerbrach man ſich den Kopf, wie man die Bitte der Lady, da man ſte ihr nicht gern abſchlagen mochte, bewilligen könnte. End⸗ lich fand man einen Ausweg. Die Lady mußte Beſchitdeſch, das Som⸗ merpalais des Sultans, an einem gewiſſen Tage Abends zu der und der Stunde beſehen, wo ihr der Sultan von ungefähr begegnen und eben ſo von ungefähr ein paar Worte mit ihr reden wollte. So ge⸗ ſchah es denn auch. Die Lady erſchien und hatte ſich zu dieſer feier⸗ lichen Gelegenheit ſo mit Diamanten behängt, deren ſie eine ziemliche Anzahl beſitzt, daß die türkiſchen Palaſtoffiziere, die ſie empfingen, es für ihre Pflicht hielten, dieß dem Padiſchah heimlich zu melden, wor⸗ auf dieſer nach einiger Berathung ſämmtlichen Anweſenden befahl, ihre mit Brillanten beſetzte Niſchah(Ehrenzeichen) ebenfalls umzuhängen, worauf von den Großen des Reichs, die die Lady in einem Schwarm üherall hin begleiteten, ſich Einer nach dem Andern verlor, um mit dem großen Stern geſchmückt wieder zu kommen. Auf einer Terraſſe begegnet der Padiſchah endlich Ihrer Herrlichkeit, bleibt ſtehen und fragt den damaligen Miniſter Redſchid Paſchah, der ihn begleitet: wer die Dame ſei? Sie wird ihm vorgeſtellt, und nachdem er einige Worte mit ihr gewechſelt geht er weiter, bleibt aber nach wenigen Schritten wieder ſtehen, blickt der Dame nach und gibt, da er ſich über die Maſſe der Edelſteine, womit ſie geſchmückt war, höchlich verwunderte, dem Miniſter den kitzlichen Auftrag, ſich bei der Lady zu erkundigen,


