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Augenblicke des Glücks. 215
„Das iſt mein geheimer Bundesgenoſſe,“ ſagte der Herzog zu den Damen, indem er auf den Major wies, der faſt verlegen ein paar unzuſammenhängende beſcheidene Worte ſprach, wie das bei ſolchen Gelegenheiten wohl vor⸗ kommen kann.„Nein, nein,“ fuhr Seine Hoheit fort,„die Wahrheit muß ich ſagen, Fernow hat mir aufrichtig und treu gedient.“
„Und mich verrathen!“ lachte die Prinzeſſin,„Fernow, das werde ich Ihnen nie vergeben.“
„Allerdings, Ew. Durchlaucht, es war ein kleiner Ver⸗ rath, ich geſtehe es, aber kein Mißbrauch des Vertrauens, denn man ſchenkte mir jener Seits kein Vertrauen. Und da mein Verrath für Alle ſo ſegensreiche Folgen gehabt hat, ſo wird er mir gewiß derziehen werden.“
„Gewiß, lieber Fernow,“ ſprach heiter der Herzog, „und ich habe Sie gerufen, um Ihnen vor allem Andern meinen Dank auszuſprechen.— Apropos!“ fuhr er nach einer kleinen Pauſe fort, während er einen Brief, den er in der Hand hielt, geöffnet und wieder zuſammengelegt hatte,„da hat mir Wenden ein Schreiben des Baron Rigoll übergeben. Nehmen Sie es, ſehen Sie es durch, ich muß mit Ihnen darüber ſprechen.“ Er reichte ihm das
Papier, ehe es aber der Major anſehen konnte, machte der Herzog plötzlich eine Handbewegung gegen Fräulein von Ripperda und ſetzte mit lauter Stimme hinzu:„Halten Sie


