Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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214 Siebzehntes Kapitel.

Kammerherr im Uebermaße des Glücks ſeine Hand ergriff und ſie freundlich drückte. Hierauf zog ſich der alte Herr zurück, und als er ſich nach einer gemeſſenen Verbeugung umwandte und durch den Saal dahin ſchritt, blickte ihm der Major von Fernow nach und ſprach zu ſeinem Freunde: Das iſt bei all ſeinen Eigenheiten ein braver Mann, und es iſt ein Glück, daß ein wohlwollender Charakter wie er, in der Nähe des Fürſten weilt. Alſo du reiſeſt heute Abend? Nun, hoffentlich nicht eher, bis unſere Geſchichte beendigt iſt.

Das verſteht ſich von ſelbſt. Doch ſtill, die Thüre öffnet ſich.

Es war der Herzog ſelbſt, der unter den Portieren erſchien und nach dem Major von Fernow rief. Dieſer wußte nicht, warum ihm das Herz heftiger ſchlug, als er in den Salon trat. Die Prinzeſſin ruhte in einem kleinen Fauteuil, und als der junge Offizier herein trat, blickte ſie nach ihm hin mit dem gewiſſen ſchalkhaften Lächeln, worin ſo oft eine ganz kleine, kleine Bosheit ſichtbar war. Diesmal aber war Güte und Freundlichkeit vorherrſchend, und ſie winkte verbindlich mit der Hand, als Herr von Fernow mit einer Berbeugung vor den Herzog trat. Neben dem Fauteuil der Prinzeſſin ſtand Helene von Ripperda, und blickte an⸗ gelegentlich zum Fenſter hinaus. 4