Augenblicke des Glücks. 213
„Das war ein Augenblick des Glücks,“ rief Herr von— Wenden in der That, als er im gleichen Momente haſtig und freudeſtrahlend aus dem Salon der Prinzeſſin trat. Ahl das hat wohlgethan. Ich verſichere dich, Fernow, Seine Hoheit iſt von einer Gnade, einer Güte, einer Milde, — und die Prinzeſſin ein wahrer Engel, liebenswürdig 99 wie immer, und dabei ſanft wie nie,“ ſetzte er mit leiſerer Stimme hinzu, fuhr aber gleich darauf in lauterem Tone fort, als er bemerkte, wie ihn der Adjutant lächelnd und fragend anblickte, wobei er ſich übrigens ein klein wenig in die Bruſt warf:„Seine Hoheit der Herzog haben ſich freundlich erinnert, mit welch muſterhafter Geduld ich meine
Krankheit ertragen. Und Ihre Durchlaucht die Prinzeſſin. haben nicht vergeſſen, wie bereitwillig ich jeder Zeit war, in ihrem Dienſte zu wirken.— Ich bin zum Legations⸗ rath ernannt und werde noch heute nach dem Hoſe von B. abreiſen, auf meine Anzeigen eine einfache Condolation und
eine doppelte Gratulation in Empfang nehmen.“
„Nun, da können dir zwei Orden nicht fehlen,“ meinte
1 lachend Herr von Fernow, indem er dem Freunde die Hand
55 ſchüttelte.„Daß du meine beſten Giäckwünſche haſt, uhuchr—¹
ich dir nicht zu ſagen.“
„Auch ich erlaube mir, dem Herrn Eataneran a gezie⸗
mend zu gratuliren,“ ſagte Herr Kindermann mit einer ehr⸗
würdigen Verbeugung, mit einem ſteifen Lächeln, welches
ſich aber in freundliches Schmunzeln verwandelte, 3 der


