Augenblicke des Glücks.
die rührendſte Huldigung, welche die beiden Glücklichen am heutigen Tage erhielten.
Die Angehörigen des Hofes, nachdem ſie mit voll⸗ kommen angepaßten Mienen gratulirt, condolirt und wieder gratulirt, hatten das Schloß verlaſſen, und der Herzog be⸗ fand ſich mit der Prinzeſſin in deren Salon und in Ge⸗ ſellſchaft des Fräulein von Ripperda, welche Ihre Durch⸗ laucht jetzt herzlich in die Arme ſchloß, den Kopf auf deren Schultern legte und nun im Uebermaße des Glücks laut weinte.
Die Einzigen, die ſich noch im Vorzimmer befanden, waren Major von Fernow und der Kammerherr von Wen⸗
den, welch' Letzterer ſeinem dem Baron Rigoll gegebenen
Verſprechen gemäß das Schreiben deſſelben in die Hände des Regenten legen wollte.„Du biſt ja im Dienſt,“ ſagte er zu ſeinem Freunde,„und kannſt dir ſchon erlauben, mich zu melden.“
„Nicht gern,“ entgegnete dieſer;„es iſt das ein de⸗ g
licater Augenblick, und ich muß mich am allermeiſten in
Acht nehmen, etwas zu thun, was nur einen Schein von Indiscretion an ſich hätte. Wahrhaftig, lieber Wenden, in dieſem Falle muß ich mich ſelbſt vorher melden laſſen, allein ich will dann recht gern für dich das Gleiche thun.“
Daß der gute Major begierig eine paſſende Ge⸗ heit ſuchte, in den Salon eintreten zu dürfen, wo ſich
Hackländer. Der Augenblick des Glücks. II. 14
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