Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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208. Siebzehntes Kapitel.

Saals hallten wieder von dem ſtürmiſchen Rufen, die draußen auf dem Platze und in den Straßen ein gewaltiges Echo fanden.

Dder größte Theil der Bevölkerung war, angezogen durch die Kanonenſchüſſe, auf den Platz vor dem Schloſſe geeilt; wie ein Lauffeuer hatte ſich nicht nur die Nachricht von der Geburt des armen kleinen Prinzen, ſondern auch von deſſen Tode unter der Menge verbreitet, ein Tod, der nun den allgemein verehrten Regenten zum Herzog machte. Tauſende von Stimmen verlangten ihn zu ſehen, und als er, dieſem donnernden Wunſche folgend, hinaus⸗ trat auf den großen Balkon des Schloſſes, zerriß ein un⸗ endlicher Jubelruf die Luft, in welchen ſich der Kanonen⸗ donner und das Läuten der Glocken miſchte.

Daß Freude und Leid in dieſem Leben ſich ſo oft berühren! Die Thränen der verwittweten Herzogin floſſen auf die kalte bleiche Stirn ihres neugebornen Kindes, das nach wenigen Athemzügen und nach einem einzigen ſchmerz⸗ lichen Blick ſchon die Erde und ſeine Mutter verließ. Wohl hörte dieſe Kanonendonner und Glockengeläute; doch erregte es in ihr kein verbittertes Gefühl, im Gegentheil freute ſie ſich des Glückes ihrer Schweſter. Sie ließ ſich ein Blatt Papier reichen und ſchrieb darauf mit zitternder Hand: Meine heißeſten und innigſten Wünſche, für das Wohl des Herzogs und das Glück meiner geliebten Schweſter. Ihr Kammerherr überbrachte dieſe Zeilen, und es war