Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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210 Siebzehntes Kapitel.

auch Helene befand, brauchen wir dem geneigten Leſer eigent⸗ lich nicht zu ſagen. Es war ihm darum Alles daran ge⸗ legen, Jemand zu finden, dem er mit Anſtand eine Mel⸗ dung übertragen konnte. Ja, er hätte ſich am Ende mit einem ganz gewöhnlichen Lakaien begnügt, wenn nicht in dieſem Augenblicke Herr Kindermann vom Corridor in den Saal getreten wäre, in der Abſicht, ſich zum Regenten zu begeben.

Der alte Herr hatte ſeine vorige melancholiſche Miene abgeſtreift und ſein Geſicht ſtrahlte von einem außerordent⸗ lichen Vergnügen; ja, ſein Lächeln gab einen ſolchen Glanz von ſich, daß ſich ein gleiches auf dem Geſichte des Majors entzündete, der dem würdigen Kammerdiener freundlich die Hand reichte und ihm darauf ſagte, daß er ſo wie Herr von Wenden Seine Hoheit einen Moment ſprechen müßten, und ihn bäten, die Meldung zu übernehmen. Da Herr Kindermann ſeinem Schützling, wie er den Adjutanten nannte, außerordentlich wohl wollte, auch wohl wußte, daß er in demſelben dem Herrn keine unangenehme Perſönlichkeit melde, ſo entgegnete er mit einer tiefen Verbeugung: er ſchätze ſich glücklich, dem Herrn Major dienen zu können, und ver⸗ . ſchwand darauf mit einem wohlwollenden Blick im Salon

der Prinzeſſin. Die tiefe Verbeugung des Herrn Kindermann, ſowie überhaupt das unterwürfige Weſen, welches er ſoeben dem Adjutanten Sr. Hoheit bezeigt, wurde durch die Anweſen⸗