Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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206 Siebzehntes Kapitel.

nach dieſer Rede in der Verſammlung entſtanden, eine Be⸗ wegung, die ſich weniger durch Worte als durch Mienen und Geberden kund gab. Wo waren die hochfliegenden Hoffnungen geblieben, mit welchen die Partei der Prinzeſſin die Geburt eines Thronerben begrüßt hatte! Mit dem Tode des kleinen Prinzen hörte dieſe Partei auf zu ſein; ſie hatte nichts mehr zu hoffen, vielleicht Alles zu fürchten. Ein tiefes Schweigen herrſchte auf dieſer Seite des Saales, und die Blicke, mit denen man ſich anſah, ſorachen be, redter als tauſend Ausrufungen. Auch die Anhänger des Regenten, obgleich ſie ſtolz und freudig um ſich blickten, waren doch von dem eben Gehörten, von ihrem Glücke ſo überraſcht und berauſcht, daß kein lauter Ausruf über ihre Lippen kam; man lächelte einander nur verſtohlen zu, man drückte ſich im Geheimen die Hände. Und dann ſchaute wieder Alles erwartungsvoll zum Herzog empor, der ſich einen Augenblick zur Prinzeſſin niedergebeugt und ihre rechte Hand ergriffen hatte, die er langſam an ſeine Lippen drückte. Darauf richtete er ſich wieder empor und ein leiſes, kaum bemerkliches Lächeln flog über ſeine Züge, als er abermals die faſt athemlos daſtehende Verſammlung überblickte.In dieſem für mich ſo feierlichen Moment, ſprach er,wo mir der Himmel ſo viel gegeben, kann ich nicht umhin, Sie, meine Lieben und Getreuen, von einem größeren Glücke zu benachrichtigen, das mir zu Theil ge⸗ worden. Unſere durchlauchtige Nichte, die Prinzeſſin