Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Augenblicke des Glücks. 205

nach ſeiner weiſen Einſicht Freuden und Leiden gibt, hat es für gut befunden, Beides zu gleicher Zeit auf uns her⸗ abzuſenden. Unſere erhabene Nichte, die verwittwete Her⸗ zogin dieſes Landes genoß nur eine kurze Zeit des Glückes, einen Erben des Thrones in ihre Arme zu ſchließen. Gott hat es gewollt, daß die Stunde der Geburt des Prinzen zugleich die Stunde ſeines Todes war.

Als der Regent ſo ſprach, barg die Prinzeſſin ihr Geſicht ein paar Augenblicke in beide Hände, und in der Verſammlung, welche in der größten Spannung dieſen Worten gelauſcht, herrſchte ein tiefes Schweigen.

Nach einer kleinen Pauſe fuhr Se. Hoheit fort:Durch dieſen traurigen Fall ward nach der Verfaſſung des Landes und den Familienſtatuten Unſeres Hauſes der Thron er⸗ ledigt und die Herzogskrone ging nach denſelben Geſetzen auf den nächſtſtehenden männlichen Anverwandten des höchſt⸗ ſeligen Herzogs, alſo auf mich über. Weder Ihnen, die Unſerem Hauſe bisher in Liebe und Treue zugethan waren, noch den übrigen Unterthanen des Landes bin ich

ein Unbekannter, ein Fremder. Meine Art zu handeln und zu wirken wird die gleiche bleiben, und wie ich Jedem ein gnädiger und gerechter Herr ſein werde, ſo erwarte ich auch, daß die Anhänglichkeit, die Liebe und Treue, die man bisher dem Regenten bewieſen, nun auf den regieren⸗ den Herzog übertragen werde.

Es iſt unmöglich, die Bewegung zu ſchildern, welche