Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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204. Siebzehntes Kapitel.

Räuſpern, mit welchem man ſich auf etwas ganz Außer⸗ ordentliches vorbereitet. Die Herren zogen ihre Uniforms⸗

fräcke hinab, die Damen warfen einen prüfenden Blick auf

ihre Toiletten, und als nun der Regent im Saale erſchien, wehte eine einzige Verbeugung, rauſchte ein einziger tiefer Knix durch den weiten Saal. Es lag etwas Düſteres im Blicke des Herzogs, welches Alle deutlich bemerkten, bei denen er vorüberſchritt, um am Ende des Saals ein paar Stufen auf die Eſtrade zu ſteigen, wo unter roth ſammt⸗ nem Baldachin ein vergoldeter Seſſel ſtand.

Für die Partei der Prinzeſſin wäre die düſtere Miene des Regenten ein gutes Vorzeichen weiter geweſen, wenn mman nicht auf dem Geſichte Ihrer Durchlaucht ebenfalls

einen tiefen Ernſt bemerkt hätte. Ja, kundige Blicke woll⸗ ten in den Augen derſelben Spuren von Thränen bemerken.

Der Regent führte die Prinzeſſin an der Hand die Stufen hinauf und als er ſie auf dem Seſſel niederſitzen ließ, hörte man ein ganz leiſes Murmeln der Verwunde⸗ rung. Er ſelbſt ſtand aufrecht auf der oberſten Stufe, hatte die Hand auf die Rückenlehne des vergoldeten Stuhles ge⸗ legt und ſprach mit lauter und feſter Stimme, nachdem er einen Blick auf die Verſammlung geworfen:Der von uns Allen, die wir hier verſammelt ſind, ſowie von dem ganzen Lande längſt erſehnte und erwartete Augenblick iſt einge⸗ treten. Leider aber iſt es kein Augenblick des Glücks ge⸗ weſen. Der Himmel, der unſere Geſchicke lenkt, der uns