Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Augenblicke des Glücks. 203 wie ihn der ganze Hof kannte, ſondern Kindermann mit einem ernſten, faſt melancholiſchen Geſichtsausdruck.

So wie heute war die Erwartung des Hofſtaates noch nie auf die Folter geſpannt worden; man fing in ganz ver⸗ trauten Kreiſen an, dies ſonderbar, ja abſurd zu finden; man hatte wenigſtens ſo viel Rückſicht anſprechen zu kön⸗ nen geglaubt, um irgend einen Bericht zu erhalten, eine Botſchaft von dem, was auf dem andren Flügel vorgefallen war; man begann die Köpfe zu ſchütteln, bedeutſam die Schultern in die Höhe zu ziehen, und die Converſation war nahe daran, aus allgemeiner Aufregung wieder vollkommen einzuſchlafen, als man bemerkte, wie die Kammerherren du jour an der Hauptthüre des Saals mit einem Male Mie⸗ nen machten, welche deutlich etwas Außergewöhnliches an⸗ zeigten. Sie erhoben ihre Köpfe, rückten verſtohlen die weiße Halsbinde in die Höhe und wandten ſich mit einer halben Wendung gegen die Thür. Ihr außerordentlich fei⸗ nes Gehör hatte draußen Schritte vernommen. Jetzt legten ſie ihre Hände an die nicht ganz geſchloſſenen Thürflügel, jetzt flogen dieſe auf, und im zweiten der anſtoßenden Säle bemerkte man den Regenten, wie er kam, endlich, endlich! Zu ſeiner linken Seite ging die Prinzeſſin Eliſe, hinter Beiden die Staats⸗ und Hofdamen, dann folgten der erſte Adjutant Sr. Hoheit, die oberſten Hoſchargen, die Miniſter

und ein paar Kammerherren. Im Empfangſaale vernahm man ringsum das gewiſſe