Siebzehntes Kapitel.
namentlich die Partei der Prinzeſſin ſich gegenſeitig über⸗ ſchüttete. Auch das andere Lager machte gute Miene zum böſen Spiel; hielt doch der Regent nach wie vor das Scep⸗ ter in ſeiner Hand und waren achtzehn Jahre bis zur Groß⸗ jährigkeit des Neugeborenen eine lange Zeit. Freilich hatte ſich die verwittwete Herzogin und ſomit auch deren Schwe⸗ ſter, die Prinzeſſin Eliſe, zu neuerer und größerer Wichtig⸗ keit erhoben, und da Ihre Durchlaucht bekannt dafür war, einen Schein von Recht, den ſie hatte, in das vollgültigſte Recht zu verwandeln, ſo konnte ihre Partei immerhin die Köpfe aufrichten und mit einem etwas übermüthigen Lächeln ins andere Lager hinüber blicken.
Schon lange hatten die Kanonen draußen geſchwiegen, und noch immer nicht kam aus den Gemächern der Her⸗ zogin eine offizielle Beſtätigung der Geburt des Thronerben. Aeltere Staatsdamen und ergrauete Kammerherren fingen an leicht die Köpfe zu ſchütteln und prophezeiten den zu⸗ nächſt Stehenden irgend etwas Unvorhergeſehenes, etwas Mißliches, das drüben vorgefallen. Und in der That, ſie mochten Recht haben. Einzelne Neugierige, die ſich an der Thür befanden und verſtohlen in die angrenzenden Zimmer lauſchten, erzählten ebenfalls flüſternd von einem ſeltſamen Rennen und Laufen der Bedienten, und Einer wollte den alten Kindermann geſehen haben, wie er in dem geheimen Corridor verſchwunden war, der zu dem Appartement des Regenten führte, aber nicht den ewig lächelnden Kindermann,


