Augenblicke des Glücks.
Der fünfundzwanzigſte! Die Spannung hatte einen verzweiflungsvollen Grad erreicht. Es drohten Convulſionen und Ohnmachten. Noch eine Sekunde und die Würfel waren gefallen.
„Bumm!— Der ſechsundzwanzigſte Schuß!—— —— Die Herzogin hatte einen Prinzen geboren, dem Lande war ein Thronerbe geſchenkt————
War es keine Täuſchung, war nicht eins der Geſchütze unvorſichtiger Weiſe losgegangen? Hatte ſich der comman⸗ dirende Artillerieoffizier nicht verzählt?— Nein! nein! jubelte die Partei der Prinzeſſin, er hat ſich nicht verzählt; horch! das Glück verheißende Schießen dauert fort:
Bumm!— bumm!— bumm!
Wer mag jetzt noch zählen? Weder Die, welche in der Geburt eines Prinzen ihr Heil erblickten, noch die An⸗ dern, welche mit langen Geſichtern drein ſchauten. Als es aber gewiß war, daß ein Prinz geboren ſei, denn die Ka⸗ nonen erzählten das fort und fort der aufhorchenden Reſi⸗ denz, da fing auch die Converſation in dem Saale lebhafter als je wieder an. Wohl hatte man bei dem ſechsundzwan⸗ zigſten Schuß ein paar gelinde Aufſchreie vernommen, hatte auch einige Damen wanken, und vor dem Umfallen nur durch die bereitwillig geöffneten Arme nebenſtehender Herren bewahrt geſehen; doch verſchwanden dieſe Zeichen getäuſchter
201
Hoffnung in dem lauten Jubel der Gratulationen, mit der


