196 Siebzehntes Kapitel.
„Er hätte geſchickt,“ entgegnete der Kammerherr mit einem höhniſchen Lächeln,„du ſeiſt nicht zu finden ge⸗ weſen.“
„Eine infame Lüge!“ rief ſo heftig der Major, daß ſich ein paar naheſtehende Hofdamen erſtaunt umwandten und Herr von Wenden ſeinem Freunde ein Zeichen des Schweigens machte.
„Das muß mich empören,“ fuhr dieſer fort.„Ich war bis nach vier Uhr zu Haus und habe darauf ſchrift⸗ lich hinterlaſſen, wo ich bis zu meiner Zurückkunft zu finden ſei.— Doch was ereifere ich mich! Und warum war er nicht zu finden, als ich ihm nach zwei Uhr Botſchaft ſchickte?“
„Da du gefehlt habeſt,“ antwortete der Kammerherr achſelzuckend,„ſo habe auch er ſich nicht für verpflichtet gehalten, zu Hauſe zu bleiben.“
„Gut, gut! Und dann ſprachſt du?“
„Wie Cicero,“ entgegnete der Kammerherr mit ent⸗ ſchiedenem Tone und erhobenem Kopfe.„Eigentlich nicht
wie Cicero, ſondern ich faßte mich ſehr kurz und richtete
ihm in gedrängten Worten meine Botſchaft aus.“
„Und er nahm Alles an?“
„Alles.“
„Heute Abend?“
„Um fünf Uhr hinter dem Park.“ 4
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