Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Augenblicke des Glücks. 195

unmuthig den Kopf ſchüttelnd,und ich will dir heute Abend ſtill halten, ſechs Stunden meinetwegen. Aber be⸗ denke doch, daß ich wiſſen muß, woran ich bin und daß wir jeden Augenblick unterbrochen werden können.

Bah! Sind wir wirklich ſchon ſo nahe dabei?

Da ſchau hinüber an den alten Schloßflügel, ant⸗ wortete Herr von Fernow.Siehſt du dort am offenen Fenſter den Grafen Schuler, bemerkſt du wohl, wie der Hoſchirurg jeden Augenblick rapportirt? Ich glaube wahr⸗ haftig, er ſchickt ſich an, ein Zeichen zu geben.

Nun, und was für ein Zeichen?

Das hängt von der nächſten Viertelſtunde ab. Haben wir eine Prinzeſſin, ſo ſchwingt er ein weißes Tuch, haben wir einen Prinzen ein rothes. Hinter dem Schloßplatz er⸗ heben ſich ſodann augenblicklich Raketen und ein paar Se⸗ kunden darauf verkünden die Batterien vor dem Thore der Reſidenz dieſen Augenblick des Glücks. Alſo bitt' ich dich beeile deinen Bericht.

Meinetwegen. Nachdem ich alſo eine gute Weile ge⸗ wartet und notabene! keinen Wagen anfahren ge⸗ hört, meldet der Kammerdiener, Se. Excellenz ſeien zurück. Se. Excellenz erſchienen auch gleich darauf im Salon, ſahen aber ſehr ermüdet und abgeſpannt aus.

Nun? fragte eifrig der Major.Und warum hat er geſtern nicht zu mir geſchickt, wie er verſprochen?

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