34 Zwölftes Kapitel.
eines der Portraits, das meines beſten Freundes, des Oberſtjägermeiſters Baron Rigoll, ausgezeichnet gerathen. In der That ausgezeichnet.“
„Ja, der eine der Herren waren Seine Excellenz,“ ſagte Herr Krimpf, indem er langſam ſeinen Rock aufknöpfte, „aber der Andere?“ fügte er lauernd hinzu.
„Der Andere war ein Vetter des vorhin erwähnten Baron Wenden, der Ihnen gegenüber wohnt. Wie geſagt, es iſt mir leid, daß die Gläſer vernichtet wurden, ich hätte eine Copie theuer bezahlt. Aber da es nicht ſein kann— müſſen wir eine andere Gelegenheit erwarten.“
Obgleich der Major dies Alles mit einer wahrhaft bewundernswürdigen Gleichgültigkeit ſagte, ſo hätte doch der überaus ſchlaue kleine Maler bei ganz unbefangenen Sinnen etwas Künſtliches und Geſuchtes darin bemerkt. Dank dem La Roſe aber lächelte Herr Krimpf häufig, ohne alle Urſache, freute ſich über den wunderbaren Abend, den er verlebt, und fing an eine außerordentliche Dank⸗ barkeit, ja Hochachtung für ſein Gegenüber zu fühlen, wel⸗ ches ihm dagegen wieder ſo imponirte, daß es nur eines Blickes aus den dunkeln, blitzenden Augen bedurfte, um einen etwas zu lauten Geſang im Munde des Malers plötzlich verſtummen zu machen.„Ein ſehr liebenswürdiger Herr,“ murmelte er halblaut,„könnte ihm am Ende wohl die lumpigen Photographien an den Kopf werfen. Der Kammerdiener iſt ein geiziger Schuft und der Lakai ſtiehlt


