Ein freundſchaftliches Souper. 29
einfach zu. Die Gaſſe, in welcher Ihr Haus ſteht, iſt durch ein großes Gebäude geſchloſſen.“ 7
„In deſſen erſtem Stock,“— fiel ihm Herr Krimpf mit großer Spannung in die Rede,„in deſſen erſtem Stock — ein Freund von Ihnen wohnt— Herr Baron von Wenden.“
„Ich höre, Sie kennen den Namen, ſcheinen mir alſo von der Sache zu wiſſen.“
„O ja, ich glaube viel davon zu wiſſen,“ entgeg⸗ nete der kleine Maler, indem er mühſam Athem holte, „ſehr viel, unendlich viel.“ Dabei knirſchte er mit den Zähnen.
„Es iſt die Frage, ob wir, das heißt, mein Freund, ſich auf Sie verlaſſen könnte. Joh will damit ſagen, ob Sie uns in dieſer Angelegenheit behülflich ſein wollen. Sie ſcheinen mir ein Mann von Charakter, von Fähigkeit, auch bin ich überzeugt, daß Sie, wenn Sie nicht geneigt ſind, meinen armen Freund zu unterſtützen, dies Geſpräch als gar nicht ſtattgefunden betrachten werden. Bitte, überlegen Sie ſich das genau.“
Während hierauf der Major von ſeinem Wein nippte, goß Herr Krimpf ein volles Glas hinunter und überlegte wirklich lange und eifrig. Ja, ihm war dieſer Vorſchlag
erwünſcht, er wollte in dieſer Angelegenheit helfen, er wollte das Mädchen compromittiren, ja, es kam ihm nicht darauf an, ſie zu verderben; denn je tiefer ſie hinabſank,


