Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

deſto näher kam ſie ihm, der ja auch unten im Schlamme des Lebens watete. Freilich ballte er unter dem Tiſche die Hände, um gleich darauf zuckend damit nach dem Munde zu fahren, bei dem Gedanken, daß ein Anderer, ein Frem⸗ der, ein vornehmer Herr, ſich dem wunderbaren Mädchen nähern ſollte, ſie zu ſeinem Spielzeug zu machen. Bei

dieſer Vorſtellung ſchien ſein Blut ſiedend zu werden und

es verfinſterte momentan ſeinen Blick, während er mühſam Athem holte. Indeſſen, war für ſeine Leidenſchaft etwas zu hoffen, ſo konnte es nur auf dieſem Wege ſein. Was kümmerte es ihn, ob ein Anderer ihre Liebe beſaß, wenn er nur dereinſt ſeine zuckenden Finger um ihre ſchlanke Taille legen durfte! Der Wein machte ihm vollends heiß. Die Beiden waren ſchon an der dritten Flaſche, und Herr von Fernow hatte mit der größten Vorſicht ge⸗ trunken. 4

Was meinen Sie, Herr Krimpf? Es iſt mir recht, daß Sie ſo ſorgfältig überlegen, denn vergeſſen Sie nicht, ſo glänzend die Belohnung ſein wird, die ich Ihnen für gute Dienſte verſpreche, ſo würde es mir in der That leid für Sie thun, wenn Sie verſuchten, ein falſches Spiel mit uns zu treiben.

Was ich verſpreche, halte ich, ſagte der Maler mit dumpfer Stimme, und nachdem er ein paar Sekunden lang die Augen mit ſeiner rechten Hand bedeckt, fuhr er ent⸗