24 Zwölftes Kapitel.
Anklage gegen Roſa gekommen? Er irrte ſich nicht, Herr Krimpf ſelbſt liebte jenes Mädchen, und es war die wüthende Eiferſucht, die ihn antrieb, ſie anzuklagen, viel⸗ leicht zu verderben— und nachher— ja, ſo mußte es ſein.
Herr Krimpf hatte ſich einen Augenblick von ſeinen Gefühlen fortreißen laſſen. Der Major war auf der rech⸗ ten Fährte: Krimpf liebte Roſa. Aber dieſer Ausdruck iſt nicht der richtige,— er dachte an ſie mit einer wil⸗ den glühenden Leidenſchaft, er hätte um ihre Gunſt Alles hingegeben,— es wäre, ihm eine Seligkeit geweſen, nach einem kurzen glücklichen Augenblicke den Tod zu finden, aus ihren Armen hinweg, der ewigen Verdammniß zu ver⸗ fallen. Darum allein hing er ſich an den Photographen, deshalb ließ er ſich von dem Kammerdiener der Prinzeſſin zu allen möglichen Dienſten gebrauchen. So unbedeutend
dieſe waren, ſo glaubte er ſich doch dadurch dereinſt an.
die Macht und den Glanz des Hofes klammern zu können, hoffend, ein glückliches Ungefähr, vielleicht ein Wunder, reiße ihn in eine andere Bahn hinein, in eine Bahn, die es ihm möglich mache, vor jenes Mädchen hinzutreten, frei⸗ lich derſelbe kleine krüppelhafte, häßliche Menſch, aber nicht mehr der arme Maler, ſondern Jemand, der ſich durch die Kraft ſeines Geiſtes emporgebracht, und der es werth iſt,
daß man zu ihm außblickt. Als die Flut ſeiner wilden Phantaſie vorüber war
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