Ein freundſchaftliches Souper.
Glanz ſeiner Augen erloſch, und indem er die dünnen Lippen auf einander biß, verſank er in tiefe Träumereien.
Der Major blickte ihn forſchend an, dann erhob er ſein Glas und ſagte:„Verzeihen Sie, wenn ich Ihnen, ohne es zu wollen, wehe gethan. Jedem lächelt das Le⸗ ben auf die eine oder die andere Art. Jeder hat einen Augenblick, wo ihn das Glück umſchwebt, wo er nur zu⸗ zulangen braucht. Freilich ſind die Glücksgüter verſchieden, aber auch Ihnen ſchlägt gewiß einmal eine gute Stunde. Trinken wir darauf!“
Die Beiden leerten ihre Gläſer, und als Herr Krimpf darauf in die Höhe blickte, brannte ein düſteres Feuer in ₰ ſeinen kleinen Augen, ſeine ſonſt ſo kalten Wangen waren
heftig geröthet, und er ſagte:„Ich danke Ihnen für den Troſt, Herr Müller, aber was ſind Glücksgüter?— Gü⸗ ter, die uns glücklich machen. Glauben Sie mir, es liegt mir verflucht wenig an Geld und Reichthum, ich habe nur eins, wonach ich ſtrebe, und das“— ſetzte er mit faſt
tonloſer Stimme hinzu,—„werde ich nie erreichen.“ Herr von Fernow befand ſich mit einem Male auf der Höhe der Situation. Was der kleine häßliche Maler für 4 das höchſte Glück des Lebens hielt, das war nicht ſchwer zu errathen: Die Gunſt eines reizenden Mädchens, welche ihm dieſes begreiflicher Weiſe verweigerte. Und welches 1 Mädchen? Fernow begann klarer und immer klarer zu ſehen. Hatte der Photograph ihm nicht geſagt, woher die
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